#gespielt | Virginia

Da ich heute einen ungeplanten Samstagabend habe und ich letztens auf den Trailer zu Virginia gestoßen bin, habe ich mich entschlossen dieses heute zu spielen. In den folgenden paar Wörtern beschreibe ich euch was ihr zu erwarten habt und warum mir das Spiel überraschenderweise gut gefallen hat. Natürlich alles frei von Spoilern.

Erschienen ist Virginia, das Erstlingswerk von Variable State, am 22. September 2016. Das Studio wurde gegründet von Jonathan Burroughs und Terry Kenny im Jahr 2014. Beschrieben wird Virginia auf ihrer Homepage als interaktives Drama, dass in den frühen 90ern stattfindet. Ihr schlüpft in die Rolle einer jungen FBI Agentin und geht dem Fall eines verschwunden Jungen nach. Inspiriert wurde das Spiel laut Studio von den 90er Jahren Serien wie Twin Peaks, X-Files und Outer Limits.

Das Gameplay von Virginia ist auf ein Minimum reduziert. Es gibt keine Wege abseits und keine großen Interaktionen mit der Spielwelt, bis auf die die vorhergesehen sind. Es werden ausschließlich die Sticks für Bewegung und Blickrichtung sowie eine Aktions Taste benötigt. Wer Spiele wie Everybody’s Gone to the Rapture, Gone Home oder Firewatch kennt, wird ungefähr wissen was auf einen zukommt. Während zB. Firewatch die Story hauptsächlich über Dialoge und Everybody’s Gone to the Rapture viel über die Erkundung der detaillierten Spielwelt transportiert, so kommt Virginia komplett ohne Sprachausgabe und einer eher Detail armen Grafik aus.

Was also macht das Spiel aus ? Eine Kurzversion wäre Story plus Atmosphäre plus Musik gepackt in eine Mysterie Box. Der Story zu folgen kann manchmal etwas schwer sein. Schnitte in die Vergangenheit oder Träume sorgen oft für Verwunderung. Es wird mit einigen wiederkehrenden Symboliken gespielt und ich persönlich konnte am Schluss nicht zu 100% verstehen was in den letzten zwei Stunden passiert ist.

Und trotzdem gefiel mir das Spiel überraschenderweise sehr gut. Ich saß wie gebannt vor dem Fernseher und versuchte ganze Zeit zu verstehen was gerade passiert während das Spiel es ausgezeichnet schafft mit seiner Musik und der Bildsprache oft für ein ungutes Gefühl zu sorgen. Den Horror Bereich betritt es dabei aber nie. Viel mehr wird man an wie schon genannten Serien wie Twin Peaks erinnert.

Also zusammengefasst erwartet euch ein mysteriöses, Story fokussiertes Drama mit einer atmosphärischen Bildsprache, das euch am Ende etwas verwundert sitzen bleiben lässt. Die ersten Interpretationsversuche werden mit Sicherheit nicht lange auf sich warten lassen.

 

#kurzgesagt | Call of Duty ein Ventil für Hate ?

Gut ein Drittel Daumen Runter hat der aktuellste Call of Duty: Infinite Warfare Trailer momentan. Geschmückt mit Kommentaren wie „I THINK BATTLEFIELD 1 IS BETTER THIS TIME LIKE IF U AGREE“ oder „COD is literally shitting on us now.“ oder auch „All these cod fans thinking these 2011 graphics are really good“ während unter dem Battlefield 1 Trailer Kommentare wie „Press 144p to see COD graphics“ oder „omg this game is so badass defo kicks cods ass for sure“ zu finden sind. Wenn man sich zurück Erinnert, der Reveal Trailer von Infinite Warfare hat historische 3 Millionen Daumen Runter erhalten. Und ich Frage mich, woher diese Angriffe für die Call of Duty Reihe bzw. die Vorschuss Loorbeeren für Battlefield 1 kommen.

Um gleich einmal das Argument „Dice hört auf seine Spieler und macht einen Shooter im WW1 Setting“ aus dem Weg zu räumen dürfte gesagt sein, dass das wohl mehr an der Gesamtstrategie von EA liegt. Relativ zeitnah erscheint nämlich neben Battlefield 1 am 21.10.2016 eine Woche später Titanfall 2 am 28.10.2016. So hat man also gleichzeitig zu Battlefield 1 auch für Sci-Fi Fans einen Shooter  in der Pipeline und produziert sich nicht eigene Konkurrenz in den Verkäufen.

Sowohl bei der Battlefield Reihe als auch bei der Call of Duty Reihe weiß man, was man als Spieler/in bekommt. Bei Call of Duty ist es jedes Jahr (aktuell arbeiten mehrer Studios an der Reihe) der gewohnte schnelle Multiplayer auf kleinen Maps mit einer Action reichen Popcorn Einzelspieler Kampagne ohne viel Tiefgang. Die Technik macht aufgrund den 60 FPS (Bildern pro Sekunde) Anspruch der Entwickler keine großen Sprünge. Bei Battlefield sind es Schlachten mit Fahrzeugen auf großen Karten mit Klassensystem. Seit einigen Jahren ebenfalls mit eher mäßigen Einzelspieler Kampagnen.

Und da fange ich mich an zu wundern. Bei Call of Duty weiß man exakt jedes Jahr was auf einen zu kommt und kann ganz einfach mit der Geldbörse entscheiden, ob man das unterstützen möchte. Da Call of Duty mit dem letzten Ableger „Call of Duty: Black Ops 3“ noch immer sehr hohe Verkaufszahlen vorweisen kann (laut vgchartz.com 13,76 Millionen auf der PS4) dürfte es wohl einige Spieler/innen geben die damit zufrieden sind.

Wenn wir uns an die letzten Battlefield Spiele zurück erinnern, glänzte Battlefield 4 vor allem zum Start mit Server-Problemen. Von Battlefield Hardline spricht heute keiner mehr.

Dadurch werde ich das Gefühl nicht los, dass Call of Duty momentan einfach als Boxsack für Präpubertäres Verhalten so mancher Spieler/innen herhalten muss und es anscheinend O.K. ist, etwas kollektiv einfach scheiße zu finden.

#gespielt | Reise, Reise – Mein No Man`s Sky Ersteindruck.

Nach drei Jahren Warten seit der Ankündigung im Jahr 2013 und drei Tagen Postweg starte ich nun endlich das erste Mal No Man´s Sky.

Mehr als den ersten Gameplay Trailer kenne ich nicht. Und mehr wollte ich mir auch nicht zum Spiel ansehen, da das Versprechen eines schier unendlichen, prozedural generierten Universums und das, ohne Ladezeiten auskommende, Landen und Verlassen eines Planeten mir reichten, um das Spiel blind vorzubestellen.

Und jetzt stehe ich im System „Dawatagaha-Musea“ auf einem fremden Planeten. 2,8 Grad Celsius. Vor mir das zerstörte Raumschiff und die erste Information vom Spiel, dass ich dieses wieder reparieren muss um den Planeten verlassen zu können. Ich blicke also in das Hauptmenü, das stark dem von Destiny ähnelt, und bin zu Beginn gleich etwas überfordert. Kaputte Startschubdüsen, Impulsantrieb, Analysevisir und ein Scanner wollen von mir auf Vordermann gebracht werden. Dazu benötigen meine Lebenserhaltungssysteme sowie mein Bergbaustrahl noch Ressourcen um zu funktionieren. Gebraucht werden dazu Eisen, Kohlenstoffe, Heridium, Plutonium. Und da ist auch schon die erste Überraschung des Spiels: No Man´s Sky ist in der ersten Stunde ein Survival Game mit Crafting Elementen.

Im Hauptmenü kann ich zudem die Daten des entdeckten Systems, Planeten sowie Wegpunkten hochladen und diese selbst benennen. Da dies auch mein erster Planet ist auf dem ich erwacht bin, benenne ich diesen frech einfach nach mir. Planet: Cetuplex. Ob dieser Planet jemals außer mir besuchen wird ? Für das Benennen bekomme ich sogar Units, eine Währung die für den Handel gebraucht wird. Neben dem Raumschiff kann ich mit einer roten Kugel interagieren, die aus einer seltsamen sich bewegender roten Masse besteht und mich fragt, ob ich den Pfad des Atlas folgen möchte. Warum auch nicht.

Ich packe also meine Bergbaustrahl aus und versuche mit dem Jet Pack halbwegs sicher von dem hohen Felsen runter zu kommen auf dem ich stehe. Fleißig zerstöre ich Felsen, Pflanzen und Kristalle um die ersten Ressourcen zu erhalten. Schon seltsam. Im Hinterkopf schwirren noch die Berichte vom, vor kurzem erreichten, „Earth Overshoot Day“. Und jetzt bin ich der Erste, der auf dem nach mir selbst benannten Planeten ohne Rücksicht alle Ressourcen plündert. Doch unbestraft bleibt das im Gegensatz zur Erde nicht. In der rechten oberen Bildschirm Ecke sehe ich, ähnlich wie in GTA, 5 Sterne. Drohnen, die Regelmäßig ihre Runden drehen, scannen die Oberfläche nach Schäden und beobachten auch mich. Etwas gruselig.

Der Planet wirkt sehr unwirklich. Rote Bäume, Riesige rote Felsen und dazwischen von Gras bedeckte Hügel. Wenn ich über das Gras laufe, hören sich meine Schritte an als hätte es vor kurzem geregnet. Am Himmel sehe ich immer wieder vorüberziehende Raumschiffe. Bei meiner Wanderung stoße ich auch immer wieder auf außerirdische Artefakte und sogar auf eine riesige Tafel die mir Wörter einer unbekannten Sprache namens Korvax beibringen. Auch ein erstes Tier entdecke ich. Ein kleines stämmiges vierbeiniges Wesen das wie ein Gürteltier aussieht. Leider kann ich es nicht mit dem Scan erfassen, da es wie panisch von mir weg läuft. Im Hintergrund höre ich zudem weiter Schreie von Tieren.

Nach einer Stunde habe ich alles beisammen und trete den Rückweg zu meinem Raumschiff an. Nebenbei entdecke ich immer wieder außerirdische Artefakte. Die Wörter „Warnung“ „Giftig, „Korvax“ „Selten“ der Sprache Korvax beherrsche ich nun schon. Was mir das wohl bringt ?

Bevor ich zu meinem Raumschiff ankomme, entdecke ich zudem einen Wegpunkt der mir mitteilt, dass in größerer Entfernung ein Außenposten liegt. Zu Fuß würde ich dafür 13 Minuten brauchen. Also weiter zum Raumschiff.

Angekommen steige ich ein und starte das erste Mal die „Rasamama S36“. Das Fliegen geht butterweich von der Hand. Ich fliege also zum Außenposten und treffe dort auf eine andere Spezies. Und jetzt weiß ich warum ich Korvax lernen soll. Ich verstehe bis auf „Selten“ kein Wort.  Ich biete der/dem Fremden Rohstoffe für einen Preis an und das Licht ihres/seines Helmes zeigt Enttäuschung.  Trotzdem wird mir gedankt und sogar das Wort für „Reisenden“  wird mir beigebracht. Wie freundlich. Und wie verdammt unhöflich von mir diesen Planeten nach mir zu benennen.

Etwas wehmütig möchte ich nun also den Planeten verlassen und….habe zu wenig Start Schubkraft. Zum Glück habe ich noch etwas Plutonium im Gepäck und kann nun starten.

Der Erste Flug ins All ist ein unbeschreibliches gutes Gefühl. Im Orbit wird mit der nächste Planet angezeigt. Normale Flugzeit zwei Stunden. Mit Boost 15 Minuten und mit Impulsschub 60 Sekunden. Wow.

Ich fliege etwas weiter um Abstand vom Planeten zu bekommen und frage mich, ob ich nun die Erste und Letzte Reise weg antrete oder ob ich als letzte Reise wieder hierher zurückkehren werde.